wie man kerzen macht

Kerzenwachs auswählen: Sojawachs, Bienenwachs, Paraffin und pflanzliche Mischungen

Vier Kerzenwachsstrukturen als Granulat und Flocken
Kerzenwachse werden in unterschiedlichen Formen angeboten; entscheidend sind die konkrete Rezeptur und der vorgesehene Einsatz.

Die Wahl des Kerzenwachses beginnt mit der Kerze, die Sie herstellen möchten. Eine Duftkerze im Glas braucht andere Eigenschaften als eine freistehende Stumpenkerze, eine schlanke Stabkerze oder eine Wachsschmelze. Das passende Wachs unterstützt die gewünschte Oberfläche, die Duftabgabe und Ihren Fertigungsprozess.

Bei AROMA + WAX empfehlen wir vorrangig pflanzliche Wachse. Dieser Leitfaden erklärt auch die Alternativen, damit Sie auf Grundlage der jeweiligen Materialeigenschaften entscheiden können.

Die wichtigsten Kerzenwachse im Überblick

Der Rohstoff gibt eine erste Orientierung. Wie sich das Wachs in Ihrer Kerze verhält, entscheidet die konkrete Rezeptur.

Praktischer Überblick für die Vorauswahl. Bestätigen Sie die endgültige Wahl anhand der aktuellen Herstellerunterlagen und Ihrer eigenen Tests.
Wachsart Wichtigster Vorteil Typische Anwendungen Worauf Sie achten sollten
Sojawachs Cremige, opake Optik; praktische Grundlage für Duftkollektionen Behälterkerzen; spezielle Mischungen für Stumpenkerzen und Wachsschmelzen Weißliche Kristallbildung, Oberfläche, Verarbeitungsbedingungen und vorgesehener Einsatz der Sorte
Bienenwachs Charakteristische natürliche Farbe und eigener Geruch Stabkerzen, Stumpenkerzen, gerollte Kerzen und Kerzen ohne zugesetztes Duftöl Reinheit, Farbschwankungen, Dochtwahl und Eignung des Eigengeruchs für das Konzept
Paraffin Kräftige Farben, Duftabgabe und große Auswahl an Sorten Behälterkerzen, Stumpenkerzen, Votivkerzen und dekorative Kerzen Eine für den Einsatz geeignete Kerzenwachsrezeptur; fossile Herkunft berücksichtigen
Wachs auf Kokosbasis Glatte, cremige Oberflächen und Duftabgabe in abgestimmten Mischungen Behälterkerzen; spezielle Mischungen für freistehende Stumpenkerzen Zusammensetzung, Festigkeit und Eignung für Behälter oder Formen
Rapswachs Pflanzliche Alternative zu Soja mit Rezepturen für unterschiedliche Anwendungen Behälterkerzen und spezielle Mischungen Konkrete Sorte, Oberflächenverhalten und belegte Herkunft
Wachs auf Olivenbasis Pflanzliche Option für Kollektionen mit eigenständigem Materialkonzept Stumpenkerzen und weitere für die Mischung angegebene Anwendungen Zusammensetzung, Entformbarkeit und Stabilität des fertigen Produkts

Das sind Auswahlkriterien, keine Rangliste. Zwei Wachse aus derselben Pflanze können sich unterschiedlich verhalten, weil sie für verschiedene Aufgaben entwickelt wurden.

Zwei Formen von Kerzenwachs auf einer historischen Waage
Vergleichen Sie die konkrete Wachssorte und ihren Einsatzzweck, nicht nur den Namen des Rohstoffs.

Natürliche, pflanzliche und mineralische Wachse: Was ist der Unterschied?

Kerzenwachse auf Soja-, Kokos-, Raps- und Olivenbasis werden aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, die für die Kerzenproduktion aufbereitet werden. Durch Hydrierung und Mischen können Hersteller die physikalischen Eigenschaften anpassen.

Bienenwachs wird von Bienen erzeugt. Es ist ein natürlicher Rohstoff, stammt aber vom Tier und eignet sich daher nicht für ein veganes Produktkonzept.

Herkömmliches Paraffin aus Erdöl ist ein raffiniertes Mineralwachs. Die pauschale Bezeichnung „synthetisches Wachs“ ist ungenau: In der Kerzenindustrie werden auch Wachse aus anderen Herstellungsverfahren eingesetzt.

Ein handelsübliches Wachs kann mehrere Materialien enthalten. Prüfen Sie die Angaben zur Zusammensetzung, bevor Sie eine Kerze als „100 % Soja“, „reines Kokoswachs“ oder „vollständig pflanzlich“ beschreiben. Der Name einer Mischung nennt nicht jeden Bestandteil.

Sojawachs: ein vielseitiger Einstieg für Duftkerzen

Sojawachs für Kerzen basiert auf hydriertem Sojaöl. Es ist besonders interessant für die Entwicklung von Duftkerzen im Behälter: Entsprechende Rezepturen bieten eine cremige Optik, Verträglichkeit mit Duftölen und einen Prozess, den Sie in kleinen Chargen erproben können, bevor Sie die Produktion ausweiten.

Entscheidend ist, welches Sojawachs Sie wählen. Die Bezeichnung allein steht nicht für ein einheitliches Produkt.

Warum Sojawachs wählen?

Sojarezepturen können eine opake Oberfläche und eine gute Duftabgabe im kalten und brennenden Zustand bieten, wenn Duftöl, Docht und Verarbeitung aufeinander abgestimmt sind. Je nach Sorte können Sie die Optik im Behälter, die Formstabilität einer gegossenen Kerze oder die Eigenschaften einer Wachsschmelze in den Vordergrund stellen.

Bei einer Kerze im Glas muss das Wachs beim Befüllen, Abkühlen, Lagern und Abbrennen zum Behälter passen. Für eine Stumpenkerze braucht es ausreichende Festigkeit und gute Entformbarkeit. Diese Anforderungen verlangen unterschiedliche Rezepturen.

Worauf sollten Sie achten?

Frosting ist ein bekanntes Phänomen bei Sojawachs: Veränderungen der Kristallstruktur können einen hellen, kristallinen Belag auf der Oberfläche erzeugen. Das betrifft vor allem die Optik und fällt bei gefärbten Kerzen unter Umständen stärker auf. Auch die Oberflächenstruktur und die Glashaftung können sich mit den Gieß- und Abkühlbedingungen verändern.

Prüfen Sie den Prozess, bevor Sie ein Wachs ausschließen. Dokumentieren Sie Raumtemperatur, Behältertemperatur und Abkühlbedingungen und verändern Sie jeweils nur einen Parameter. Cargill nennt diese Faktoren als relevant für die Optik pflanzlicher Wachskerzen.

Golden Wax 464, EcoSoya CB-Advanced oder NatureWax C-3: Womit beginnen?

Alle drei kommen für Sojakerzen im Behälter infrage. Richten Sie den ersten Versuch auf die Eigenschaft aus, die für Ihr Produkt am wichtigsten ist:

  • Erste Kollektion mit cremiger, opaker Oberfläche: Beginnen Sie mit Golden Wax™ 464. Das ist unsere erste Empfehlung, wenn Sie eine Duftkerze im Glas entwickeln möchten, ohne selbst Wachse zu mischen. AAK dokumentiert den Einsatz ohne Zumischen weiterer Wachse, die opake Oberfläche und die Duftabgabe. Produktdatenblatt Golden Wax 464 (PDS).
  • Transparentes Glas mit Schwerpunkt auf Glashaftung: Nehmen Sie EcoSoya™ CB-Advanced in Ihre ersten Versuche auf. Kerax hebt die Haftung am Behälter sowie eine glatte, cremige Struktur hervor. Beurteilen Sie nach dem Abkühlen und Lagern die Optik an der Glaswand und den Aufwand für Nacharbeiten an der Oberfläche.
  • Feiner Duft, bei dem der Eigengeruch des Wachses zählt: Berücksichtigen Sie NatureWax™ C-3. Das europäische Produktdatenblatt von Cargill nennt ausdrücklich einen neutralen, stabilen Eigengeruch, der sich für feine Düfte eignet, sowie eine glatte Oberfläche und Duftabgabe im kalten und brennenden Zustand. Prüfen Sie den Duftcharakter ebenso wie die Intensität.

Diese Schwerpunkte helfen bei der Vorauswahl; die Vorteile können sich überschneiden. Wählen Sie ein oder zwei Kandidaten und treffen Sie die endgültige Entscheidung anhand Ihrer Tests zu Oberfläche, Duftabgabe und Abbrand im vorgesehenen Behälter. Beachten Sie die Verarbeitungshinweise jeder Sorte und wählen Sie jeweils einen passenden Docht.

Sojawachs für Stumpenkerzen und Wachsschmelzen

Für freistehende Kerzen beginnen Sie mit KeraSoy™ 4120 oder EcoSoya™ PillarBlend. Beide sind für Stumpenkerzen formuliert. Ein weiches Behälterwachs ist kein gleichwertiger Ersatz. Siehe die technischen Datenblätter von KeraSoy (TDS) und EcoSoya PillarBlend (TDS).

Für Wachsschmelzen und portionierbare Wachstafeln empfehlen wir zum Einstieg Golden Wax™ Y50. Prüfen Sie mit Ihrer fertigen Rezeptur die Entformbarkeit, die Festigkeit bei der Handhabung und das Verhalten im vorgesehenen Wärmer.

Wählen Sie Sojawachs, wenn: Sie eine pflanzliche Grundlage für eine Duftkollektion suchen und einen reproduzierbaren Prozess für die gewählte Sorte entwickeln möchten.

Bienenwachs: natürlicher Charakter für traditionelle Kerzenformen

Honigbienen scheiden Wachs aus, um ihre Waben zu bauen. Seine Farbe und sein Geruch machen einen Teil seines Reizes aus: Durch Ausschmelzen gewonnenes gelbes Bienenwachs kann von Charge zu Charge variieren. Gebleichte Qualitäten bieten eine hellere Farbe und einen weniger ausgeprägten Eigengeruch.

Es eignet sich besonders für Stumpenkerzen, gezogene Stabkerzen und gerollte Kerzen. Bei einer Kollektion ohne zugesetztes Duftöl kann das Material selbst den Charakter des Produkts bestimmen.

Bienenwachs schmilzt häufig bei etwa 62–65 °C, wobei Zusammensetzung und Herkunft den gemessenen Bereich beeinflussen. Das ist eine Materialeigenschaft, keine allgemeingültige Gießtemperatur.

Prüfen Sie bei bedufteten Produkten, wie der Eigengeruch mit dem Duftöl zusammenspielt. Achten Sie auch auf Reinheit und gleichbleibende Chargenqualität, besonders bei direktem Bezug vom Erzeuger.

Bienenwachs ist tierischen Ursprungs und passt daher nicht zu einer veganen Kollektion. Seine natürliche Herkunft belegt auch nicht, dass eine Kerze die Raumluft reinigt. Vermeiden Sie dieses Versprechen in der Produktbeschreibung.

Wählen Sie Bienenwachs, wenn: natürliche Farbe, Materialcharakter und traditionelle Kerzenformen für Ihre Kollektion entscheidend sind.

Paraffin: Farbe, Vielseitigkeit und bewährte Eigenschaften

Paraffin ist ein raffiniertes Mineralwachs, das traditionell aus Erdölrohstoffen gewonnen wird. Es ist in der Kerzenherstellung weiterhin weit verbreitet. Unterschiedliche Sorten und Mischungen werden für Behälterkerzen, Stumpenkerzen, Votivkerzen und dekorative Formen entwickelt.

Zu seinen praktischen Stärken zählen gute Duftabgabe, kräftige Farben und gute Entformbarkeit bei geeigneten Rezepturen. Diese Eigenschaften sind relevant, wenn Farbsättigung, dekorative Effekte oder ein bereits etablierter Fertigungsprozess zum Anforderungsprofil gehören. Kerax bietet beispielsweise getrennte Paraffinrezepturen für Behälter- und Stumpenkerzen an.

Worauf sollten Sie achten?

Wählen Sie die Sorte passend zum Produkt. Härte, Oberfläche und Verarbeitung unterscheiden sich. Eine Rezeptur für ein bestimmtes Paraffin ist daher keine universelle Anleitung.

Auch die fossile Herkunft ist ein klarer Auswahlfaktor für eine Marke, die ein vollständig pflanzliches Sortiment anstrebt.

Die Abbrandqualität muss an der fertigen Kerze geprüft werden. Paraffin bedeutet nicht automatisch übermäßige Rußbildung, ebenso wenig garantieren Soja- oder Bienenwachs eine rußfreie Flamme. Dochtlänge und Störungen der Flamme sind wichtige Einflussfaktoren.

Wählen Sie Paraffin, wenn: die gewählte Sorte eine konkrete Anforderung an Farbe, Gestaltung oder Produktion erfüllt und ein Mineralwachs zu Ihrem Produktkonzept passt. Bei AROMA + WAX liegt unser eigener Schwerpunkt weiterhin auf pflanzlichen Rohstoffen.

Kokoswachs: cremige Oberflächen im Behälter und spezielle Mischungen für Stumpenkerzen

Kokoswachs für Kerzen basiert auf verarbeitetem Kokosöl und wird häufig als Mischung angeboten. Hersteller kombinieren Materialien, um die für den jeweiligen Einsatz benötigte Struktur, Festigkeit und Leistung zu erzielen.

Mischungen auf Kokosbasis für Behälterkerzen werden für ihre glatten, cremigen Oberflächen und ihre Duftabgabe geschätzt. Weichere Rezepturen sollten bei Wärme sorgfältig gehandhabt werden. Spezielle Mischungen für Stumpenkerzen sind dagegen auf die Anforderungen freistehender Kerzen abgestimmt. Hersteller bieten für diese Anwendungen unterschiedliche Kokosrezepturen an.

Warum die Mischung entscheidend ist

„Kokoswachs“ verrät noch nicht, ob ein Produkt im Glas funktioniert oder sich sauber aus einer Form lösen lässt. Prüfen Sie den vorgesehenen Einsatz und die Zusammensetzung.

Beurteilen Sie bei Behälterkerzen Oberfläche und Haftung im ausgewählten Gefäß. Bei Stumpenkerzen stehen Entformbarkeit, Detailwiedergabe, Formstabilität und Abbrand im Vordergrund. Testen Sie bei beiden Formaten das fertige Produkt in seiner Verpackung unter realistischen Lagerbedingungen.

EcoCoco PillarBlend: eine Option auf Kokosbasis für Formkerzen

Das Sicherheitsdatenblatt von Kerax beschreibt eine Mischung aus Kokoswachs und hydrierten pflanzlichen Fetten, die speziell für Stumpenkerzen formuliert wurde. Die passende Bezeichnung ist daher Wachsmischung auf Kokosbasis für Stumpenkerzen, nicht reines Kokoswachs oder universelles Behälterwachs.

Kerax hebt Festigkeit, eine glatte Oberfläche und Duftabgabe im kalten und brennenden Zustand hervor. Damit kommt das Produkt für dekorative und beduftete Stumpenkerzen infrage, vorbehaltlich der Tests am endgültigen Kerzenmodell.

Nutzen Sie bei der Rezepturentwicklung die technischen Verarbeitungshinweise. Ein Sicherheitsdatenblatt informiert über Material und sicheren Umgang; es ersetzt keine Gießanleitung.

Wählen Sie Wachs auf Kokosbasis, wenn: eine glatte Oberfläche und gute Duftabgabe im Vordergrund stehen und die Rezeptur ausdrücklich für Ihr Kerzenformat geeignet ist.

Raps- und Olivenwachse: weitere pflanzliche Optionen

Rapswachs

Rapswachs bietet eine weitere pflanzliche Grundlage für eine Duftkollektion. Wie bei Soja hängen die Eigenschaften von der Rezeptur ab, nicht allein von der Ursprungspflanze.

Für Behälterkerzen empfehlen wir zuerst Golden Wax™ R45+. AAK empfiehlt es ausdrücklich für Behälterkerzen ohne Zumischen weiterer Wachse und nennt eine glatte, glänzende Oberfläche mit reduzierter Frostingbildung. Produktdatenblatt Golden Wax R45+ (PDS).

Vergleichen Sie es im vorgesehenen Behälter mit einem Soja-Behälterwachs, wenn Sie die passende Grundlage für Ihr Sortiment suchen. Beurteilen Sie die Optik nach der Lagerung ebenso wie das anfängliche Ergebnis nach dem Gießen.

Raps als Rohstoff kann Teil Ihrer Produktbeschreibung sein. Prüfen Sie jedoch Anbau- und Herstellungsort getrennt, bevor Sie geografische Herkunftsangaben machen.

Wachs auf Olivenbasis

Kerzenwachse auf Olivenbasis sind in der Regel formulierte Materialien, deren Eigenschaften an den vorgesehenen Einsatz angepasst werden.

EcoOlive™ Pillarwachs ist unsere erste Empfehlung, um eine Stumpenkerzenkollektion auf Olivenbasis zu entwickeln. Das technische Datenblatt beschreibt eine Mischung, die überwiegend aus Olivenwachs besteht und natürliche Zusatzstoffe zur Anpassung der Eigenschaften enthält. Hervorgehoben werden Entformbarkeit, eine glatte Oberfläche mit dezentem Glanz und die Duftabgabe. Technisches Datenblatt EcoOlive PillarBlend (TDS).

Testen Sie die tatsächlich vorgesehene Form, besonders bei schmalen Partien oder aufwendigen Details. Beschreiben Sie das Material korrekt als Mischung auf Olivenbasis.

Wählen Sie Rapswachs oder Wachs auf Olivenbasis, wenn: Sie einen weiteren pflanzlichen Rohstoff mit dokumentierten Eigenschaften suchen, die zu Ihrem Produkt passen.

Warum Wachsmischungen eine gute Wahl sein können

Eine Mischung kann nützliche Eigenschaften verbinden, die ein einzelner Grundstoff nicht allein bietet: Festigkeit, Oberflächenqualität, Glashaftung, Entformbarkeit oder Verträglichkeit mit Duftölen.

Gängige Ansätze sind:

  • Soja-Kokos-Mischungen: für ein bestimmtes Verhältnis von Oberflächenqualität, Struktur und Duftabgabe.
  • Pflanzliche Mischungen für Stumpenkerzen: für die Festigkeit und Entformbarkeit, die freistehende Kerzen benötigen.
  • Soja-Paraffin-Mischungen: verbinden pflanzliche und mineralische Wachse für ein bestimmtes Produktionsziel; sie sind nicht vollständig pflanzlich.
  • Mischungen mit Bienenwachs: enthalten einen tierischen Rohstoff, was für eine vegane Positionierung relevant ist.

Für eine erste Kollektion ist ein fertig formuliertes Wachs meist der praktischere Einstieg. Es bietet ein Wachs mit festgelegten Eigenschaften und den Verarbeitungshinweisen des Herstellers. Entwickeln Sie eine eigene Mischung, wenn Sie eine konkrete Eigenschaft verbessern möchten und das Ergebnis messen können.

Zusätzliche Stearinsäure oder andere Modifikatoren sind nicht automatisch erforderlich. KeraSoy Pillar ist beispielsweise so formuliert, dass außer dem gewählten Duftöl und Farbstoff keine weiteren Zusatzstoffe nötig sind. Technisches Datenblatt KeraSoy Pillar.

Wie Duft, Brenndauer und Oberfläche Ihre Auswahl beeinflussen

Duftabgabe

Kaltduft bezeichnet den Duft einer unangezündeten Kerze. Warmduft ist der Duft, den Sie beim Brennen wahrnehmen. Beide hängen von der vollständigen Rezeptur und der Verarbeitung ab.

Vergleichen Sie Wachse mit einem Duftöl, das für Ihre Kollektion relevant ist, und testen Sie für jedes Wachs einen geeigneten Docht. Das beste Ergebnis entsteht durch eine passende Kombination, nicht allein durch einen bestimmten Wachsnamen. Hinweise zur Dosierung finden Sie in unserem Leitfaden zur Duftöldosierung bei Kerzen.

Brenndauer und Dochtverhalten

Kerzengewicht und Wachsart bestimmen die Brenndauer nicht allein. Auch Docht, Behälter oder Form, Duftöl und Brennbedingungen beeinflussen das Ergebnis.

Testen Sie über wiederholte Brenn- und Abkühlzyklen während der gesamten vorgesehenen Nutzungsdauer. Beobachten Sie Flamme, Ablagerungen am Docht, Schmelzpool und den Zustand des Behälters oder der Stumpenkerze. Ein gelungener erster Abbrand ist nur ein Teil der Prüfung. Laut Herstellerhinweisen muss jede Kombination aus Größe, Wachs, Duftöl, Farbstoff und Docht getestet werden. Technisches Datenblatt EcoSoya CB-Advanced.

Für den nächsten Schritt nutzen Sie unseren Leitfaden zur Auswahl des Kerzendochts.

Oberfläche und Fertigungsaufwand

Beurteilen Sie die Oberfläche, die Ihr Kunde erhält, einschließlich möglicher Veränderungen während der Lagerung. Achten Sie auf Frosting, gleichmäßige Farbe, Glashaftung, Formdetails und Spuren durch die Handhabung.

Dokumentieren Sie auch den Aufwand für diese Oberflächenqualität. Ein Wachs, das weniger Nacharbeit erfordert oder zu weniger beschädigten Stumpenkerzen führt, kann trotz eines höheren Einkaufspreises wirtschaftlicher sein.

Nachhaltigkeit: mehr als die Bezeichnung des Wachses

Pflanzliche Wachse verwenden nachwachsende pflanzliche Rohstoffe. Das ist eine relevante Materialeigenschaft, bestimmt aber nicht allein die Umweltwirkung einer fertigen Kerze.

Berücksichtigen Sie für eine fundierte Auswahl Herkunft und Verarbeitung des Wachses, Transport, Verpackung, Produktionsabfälle und die Frage, wie zuverlässig Sie ein Produkt herstellen können, das Ihren Anforderungen entspricht.

Bienenwachs hat eine andere Lieferkette, die mit der Imkerei verbunden ist. Paraffin aus Erdöl hat einen fossilen Ursprung. Keine dieser Unterscheidungen ergibt allein einen vollständigen Umweltvergleich.

Halten Sie Produktaussagen konkret und belegen Sie sie mit Lieferanteninformationen. „Mit Rapswachs hergestellt“ und „mit einer Wachsmischung auf Olivenbasis hergestellt“ sind klare Beschreibungen. Weitergehende Aussagen brauchen weitergehende Nachweise.

Das Wachs auf Ihre Fertigungsziele abstimmen

Mit diesen fünf Entscheidungen wird aus dem Überblick eine praktische Vorauswahl.

  1. Legen Sie das Format fest. Für ein Glas oder eine Dose wählen Sie ein Behälterwachs. Für freistehende Kerzen wählen Sie eine Sorte für Stumpenkerzen oder zum Formengießen. Prüfen Sie bei Stabkerzen die Eignung für die schlanke Form und das geplante Herstellungsverfahren. Bei Wachsschmelzen prüfen Sie Entformbarkeit und Verhalten im Wärmer.
  2. Bestimmen Sie die Rolle des Materials im Produktkonzept. Ein vollständig pflanzliches Sortiment verlangt dokumentierte pflanzliche Rezepturen. Steht der natürliche Eigengeruch der Kerze im Mittelpunkt, kommt Bienenwachs infrage. Passt ein Mineralwachs zum Konzept, bleibt Paraffin eine Option.
  3. Setzen Sie den wichtigsten technischen Schwerpunkt. Ist es die Optik im transparenten Glas, ein feiner Duftcharakter, die Wiedergabe von Formdetails oder die Festigkeit bei der Handhabung? Wählen Sie anhand dieses Schwerpunkts ein oder zwei Sorten aus dem jeweiligen Abschnitt.
  4. Prüfen Sie den Prozess vor dem Einkauf einer Produktionsmenge. Lesen Sie das technische Datenblatt oder Produktdatenblatt (TDS oder PDS) sowie das Sicherheitsdatenblatt (SDS). Klären Sie Vorgaben zum Erhitzen, Gießen, Abkühlen und Lagern sowie Gebindegrößen und Lieferbedingungen. Schmelzpunkt, Erstarrungspunkt und Tropfpunkt sind unterschiedliche Messgrößen. Keine davon gibt automatisch die Gießtemperatur vor.
  5. Prüfen Sie die Wiederholbarkeit. Fertigen Sie kleine Versuchsserien im endgültigen Behälter oder in der vorgesehenen Form. Halten Sie Gestaltung und Prüfbedingungen vergleichbar, beachten Sie die Verarbeitung jeder Wachssorte und testen Sie passende Dochte. Bewerten Sie Oberfläche, Duft und die gesamte Nutzungsdauer. Wiederholen Sie die erfolgreiche Rezeptur in einer weiteren Charge, bevor Sie die Produktion ausweiten. Verwenden Sie bei Wachsschmelzen den vorgesehenen Wärmer und die geplante Verpackung.

Führen Sie ein Chargenprotokoll mit Rohstoffchargen, Einwaagen, Temperaturen, Dochtangaben und Testergebnissen. Das beste Wachs für Ihre Kollektion erfüllt die Anforderungen des Produkts und ermöglicht einen Prozess, den Sie zuverlässig wiederholen können.

Häufige Fragen

Welches Kerzenwachs eignet sich für den Einstieg?

Für Duftkerzen im Glas empfehlen wir zum Einstieg Golden Wax™ 464. Für gegossene Formkerzen wählen Sie eine dafür entwickelte Rezeptur, zum Beispiel KeraSoy™ 4120. Stimmen Sie das Wachs zuerst auf das Format ab und vergleichen Sie anschließend die Marken.

Kann man Sojawachs für Stumpenkerzen verwenden?

Ja, wenn es dafür formuliert ist. KeraSoy™ 4120 und EcoSoya™ PillarBlend sind Beispiele. Ein weiches Soja-Behälterwachs ist kein gleichwertiger Ersatz.

Lassen sich freistehende Kerzen aus Kokoswachs herstellen?

Ja. Spezielle Mischungen auf Kokosbasis werden für Stumpenkerzen entwickelt. EcoCoco PillarBlend ist ein Beispiel. Die Eigenschaften eines weichen Kokos-Behälterwachses lassen sich nicht darauf übertragen.

Eignet sich Bienenwachs für Duftkerzen?

Es kann geeignet sein. Prüfen Sie jedoch, wie Eigengeruch und Farbe mit dem vorgesehenen Duftöl und der Gestaltung zusammenspielen. Häufig ist gerade der natürliche Materialcharakter der Grund, Bienenwachs zu wählen.

Ist Paraffin immer schlechter als pflanzliches Wachs?

Nein. Für bestimmte Kerzendesigns kann es technisch gut geeignet sein. Seine mineralische Herkunft passt möglicherweise nicht zu einer pflanzlich ausgerichteten Marke. Die Abbrandqualität hängt jedoch von der fertigen Kerze und ihrer Verwendung ab.

Wird jedes Kerzenwachs bei derselben Temperatur gegossen?

Nein. Beachten Sie die Hinweise zur konkreten Sorte und legen Sie die Verarbeitungsbedingungen für Ihren Behälter oder Ihre Form fest. Eine Temperatur, die für eine Soja- oder Kokosrezeptur funktioniert, kann für eine andere ungeeignet sein.